Ursprung der Astrologie

„Wenn ein Gott an Deiner Tür klopft, gebe ihm das, was er von Dir verlangt, dann lässt er Dich in Ruhe“

 

Der Ursprung der heutigen Astrologie geht bereits bis 3000 Jahre vor Christus zurück. Schon damals haben die Menschen Mesopotamiens versucht den Zusammenhang des menschlichen Lebens auf der Erde mit der Stellung von Planeten am Himmel zu erkunden. Aus ihren Beobachtungen haben sie verschiedene Zusammenhänge zwischen dem Himmel und der Erde entdeckt.

Zum damaligen Zeitpunkt beobachtete man, dass es bestimmte Sternbilder am Himmel gibt. Diese unbeweglichen Körper waren eine Ansammlung von Sternen und zeigten Ähnlichkeiten mit gewissen Figuren. Diese Figuren wurden Sterne genannt und so entstanden die ersten Assoziationen an die Sternbilder.

Ursprünglich wurden die Tierkreiszeichen mit den Sternbildern gleichgesetzt. Aufgrund der Präzession, einer komplexen physikalischen Folge aus der Rotation der Erde, stimmen die Tierkreis- und Sternbilder nicht mehr überein und müssen voneinander getrennt werden.

Die Erde und alle anderen Planeten kreisen auf einer Umlaufbahn auf der gleichen Ebene um die Sonne. Diese Umlaufbahn wird Ekliptik genannt. Von der Erde aus kann die Ekliptik als eine gedachte Bahn am Himmel wahrgenommen werden, entlang der sich im Lauf des Jahres die Planeten bewegen.

Die Umlaufbahn der Erde um die Sonne liegt in der Ebene der Ekliptik. So betrachtet, durchläuft die Sonne von der Erde aus gesehen jährlich die gleiche Bahn. Andere Planeten sind in ihrer Bewegung auf der ganzen Ekliptikebene unterschiedlich geneigt. Deren Bahnen bewegen sich innerhalb eines etwa 20 Grad breiten Streifens um die Ekliptik. Dieser Streifen wird Tierkreis genannt.

Der Tierkreis wird seit der Antike in zwölf gleich große Abschnitte aufgeteilt, die wiederum in jeweils in 30 Grad unterteilt sind. Diese werden Tierkreiszeichen genannt.

Der Tierkreis wird auch Zodiak genannt. Das Wort Zodiak kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet übersetzt „Lebensrad“ („Zoe“: Leben und „Diakos“: Rad).

Für die Menschen in Mesopotamien haben ihre Götter in den Sternen gelebt. Damals hatten die Menschen nur geringe mathematische Kenntnisse. Die Mesopotamier konnten aber relativ  genau die Bewegungen der Planeten berechnen.

Sie erstellten auf Grund von diesen Berechnungen eine Liste der Sternverläufe, mit deren Hilfe sie sorgfältig eine Konstellation vorausberechnen konnten.

Diese Listen waren Vorgänger für die heutigen Ephemeriden[i] (Gestirntabellen).

Übergang der Astrologie nach Europa

Etwa in der Zeit 300 Jahren vor Christus wurde auf der Insel Kos in Griechenland die erste Schule für Astrologie gegründet.

Seit diesem Übergang nach Europa wurde Astrologie auch zunehmend wissenschaftlich betrachtet. Die Griechen, die rein wissenschaftlich orientiert waren, haben die Bewegungen der Planeten mathematisch genau berechnet. Aus diesem Grund fand Astrologie ein großes Interesse bei damaligen Gelehrten wie Platon, Aristoteles oder Ptolemäus.

Etwa 150 Jahren nach Christus beschrieb Claudius Ptolemäus in seinem Werk „Tetrabiblos“ die Auswirkungen der Himmelskörper auf die Erde, Materie sowie auch auf den Menschen.

Hier findet man auch die heutige Lehre über die Aspekte zwischen den Planeten, biologische Rhythmen oder auch die Entfernungen der Planeten zueinander.

Dieses Buch wurde später für viele Jahrhunderte Standard für die Astrologen. Bis heute noch basiert die moderne Astrologie auf diesen Grundlagen.

Mit dem Beginn des Christentums wuchs die Popularität der Astrologie zunehmend. Die Astromedizin begann sich zu entwickeln. Für die Therapien wurden Planetenstände ausgerechnet, unter deren Konstellationen die Heilung besonders begünstigt war. Viele berühmte Ärzte aus dieser Zeit waren Paracelsus, Nostradamus und Hippokrates. An einigen Universitäten wurden sogar Lehrstühle für Astrologie gegründet.

Im weiteren Verlauf der Zeit, sogar bis ins 16. Jahrhundert, wuchs zunehmend die Popularität der Astrologie. Einige Wissenschaftler, darunter Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler, beschäftigten sich mit den Planeten und den Sternen.

Placidus de Titis (1603- 1688) war ein italienischer Mathematiker und Mönch, der ein eigenes Häusersystem entwickelte. Auf der Basis der Häuserverteilung nach Placidus basiert heute noch das Erstellen von Horoskopen.

Die Beobachtungen der Himmelskörper und die Messungen ihrer Bewegungen wurden mit der Zeit immer genauer. Um das 18. Jahrhundert änderte sich die Situation. Die Menschen beschäftigten sich immer mehr mit Naturwissenschaften. Mit dieser Entwicklung verlor die Astrologie allmählich an Bedeutung.

In dieser Zeit wurden die Astrologie und die Astronomie zwei verschiedene Wissenschaften.

 

[i] Ephemeriden sind Tabellen in denen tägliche Positionen von Planeten aufgelistet sind.